TimeVault – Platzsparend ein Backup erstellen

Eingestellt am 15 August 2009 vom Marc Schnitzius

Vor ein paar Wochen habe ich einen Beitrag über das Backup Programm FlyBack für Ubuntu geschrieben. Dort habe ich bereits erwähnt, wie wichtig es ist ein oder gar zwei Backups seines Systems bzw. seiner Dateien zu machen. Ich habe FlyBack nun schon etwa einen Monat in Gebrauch und festgestellt, dass diese Art ein Backup zu machen sehr viel Speicher benötigt. Gerade wenn man viele Daten hat fällt es immer schwerer diese auch alles zu sichern, denn wie bei den meisten Backup Tools wird eine Kopie der Daten auf einem anderen Datenträger erstellt. Also habe ich nach einer Lösung für das Speicherproblem gesucht. Eine zweite externe Festplatte benutzten wäre die eine Alternative gewesen. Die andere Alternative ist das OpenSource Tool TimeVault. Ich habe mich für die deutlich günstigere Variante entschieden und teste nun seit ein paar Tagen das Programm TimeVault. Aber was ist nun das besondere an TimeVault? Es ist eigentlich ganz einfach, denn TimeVault arbeitet Snapshots, die auf Hardlinks basieren. Das bedeutet, dass Abbilder (Snapshots) von Ordnern erstellt werden. Wie schon gesagt, basieren diese Snapshots auf so genannten Hardlinks. Ein Hardlink ist ein Verzeichniseintrag in einem Dateisystem, der indirekt auf Dateien und Verzeichnisse verweist. Da die Funktionsweise eines Hardlinks nicht gerade die einfachste ist, zitiere ich an diese Stelle die Erklärung von Wikipedia.

Jeder Verzeichniseintrag besteht aus dem Dateinamen und der zugeordneten Inode-Nummer. Zu jedem Inode (=Eintrag im Dateisystem, der Metadaten einer Datei enthält) kann es beliebig viele Dateipfade (Verzeichniseinträge) geben, also auch unterschiedliche Namen für dieselbe Datei.

Ein Vorteil dieses Konzepts zeigt sich beim Entfernen von Links:

Es gibt bei Unixsystemen streng genommen keine Operation zum Löschen einer Datei, sondern nur eine unlink-Operation zum Löschen von Links. Im Inode einer Datei wird die aktuelle Anzahl der Links gespeichert. Erst wenn der letzte Link zu einer Datei gelöscht ist, der Zähler im Inode also den Wert Null hat, wird die Datei selbst (Inode und Datenverluster) zur Wiederbeschreibung freigegeben und damit logisch gelöscht.

Nun dürfte klar sein, wie es möglich gemacht werden kann, sehr wenig Speicherplatz für eine Datensicherung zu benötigen. Allerdings sollte beachtet werden, dass sich TimeVault noch in der Betaphase befindet. Ich selbst mach zusätzlich also einmal im Monat noch ein Backup mit FlyBack.

Die Installation von TimeVault ist recht einfach. Das Paket kann bequem aus den Paketquellen installiert werden. Nach der Installation ist es im GNOME-Menü unter Systemwerkzeuge zu finden. Nach dem Start wird es im Panel angezeigt. Das Icon im Panel zeigt den Status von TimeVault an.

timevault_panel_icon

Das Icon mit der Beschreibung Fehler: Der Hintergrundprozess von TimeVault ist nicht aktiv kann durchaus beim ersten Start erscheinen. Das Problem kann dann mit dem folgenden Befehl im behoben werden.

sudo /etc/init.d/timevault restart

Zu Beginn ist das Programm nicht unbedingt auf Anhieb zu verstehen. Dazu gibt es die folgende Grafik, die die einzelnen Einstellungen in TimeVault erläutert.

timevault_einstellungen

Da mir die TimeVault Icons im Panel ganz und gar nicht gefallen haben, habe ich passend zum Mac4Lin Design Time Machine ähnliche Icons erstellt. Die Icons können hier herunter geladen werden und müssen dann mit den originalen Icons im Verzeichnis /usr/share/timevault ersetzt werden. Dazu muss der Dateimanager Nautilus mit root Berechtigung ausgeführt werden. Um root Rechte in Nautilus zu bekommen muss folgender Befehl im Terminal ausgeführt werden.

sudo nautilus


Zum Weiterlesen:

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