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Twitter lernt sprechen
Weihnachten bringt immer wieder Überraschungen mit sich. für mich ist TalkingNote eine. TalkingNote ist Twitter am Telefon. Bequem die Updates der Freunde über das Telefon anhören. Der Entwickler Thorsten Zoernert hat am 24.12.08 als Weihnachtsgeschenk die Nutzung von TalkingNote kostenlos zur Verfügung gestellt. Er sagt, dass er den Code schon seit dem 15.04.2008 fertig habe. Hinter dem Projekt steckt die Idee, Tweets immer bequem per Telefone oder wenn man beispielsweise im Auto sitzt abzurufen. In dem Beispiel mit dem Auto, hat man mit TalkingNote eben den Vorteil, dass man die Updates schön durch das Headset vorgelesen bekommt, zudem man während der Fahrt sowieso auch nicht auf ein Display von Handy, PDA etc. schauen darf. Zudem ist es für all diejenigen ein Vorteil, die Unterwegs nicht mit Internet ausgestattet sind.
In den Genuss von TalkingNote kommt man ganz einfach. Unter der Adresse http://www.talkingnote.de/twitter/ gibt an einfach seine Zugangsdaten von Twitter ein. Auch das Password. Auf der Seite von TalkingNote wird darauf hingewiesen: “Das Passwort wird zur Zeit benötigt, um die Friends-Timeline zu lesen (API: http://twitter.com/statuses/friends/). Sollte jemand eine Möglichkeit kennen, dies zu umgehen, dann bitte eine Direct Message oder Reply per Twitter an twitter.com/zoernert senden, denn mir gefällt die Speicherung von Passwörtern nicht und ich will sie so schnell wie möglich abstellen. Danke!”. Der Entwickler schwört darauf, dass die Passwörter nur in der Datenbank bleiben. Nachdem man nun die Zugangsdaten eingegeben hat, klickt man nur noch auf den Button Rufnummer erstellen und schon bekommt man eine Rufnummer mit der Ortsvorwahl von Cottbus. Damit wird gewährleistet, dass man auch mit einer Flatrate seine Tweets abrufen kann. Da die meisten Menschen einen DSL Anschluss mit Telefonflat haben, ist es also kein Problem bequem im Wohnzimmer auf der Coutsch zu sitzen und seine Tweets beim Fernsehen gucken ins Ohr geplappert zu bekommen. Das System funktioniert dabei so einfach wie genial, und zwar ist jeder unter Rufnummer eine Twitter Account hinterlegt. Die Tweets der Freunde werden dann von der Rufnummer abgerufen und Mittels eines Sprachparser in eine WAV Datei umgewandelt. Das was dort umgewandelt worden ist, ist dann das was man auf der anderen Seite des Telefons ausgespuckt bekommt.
Das Besondere bei dieser Funktionsweise ist, dass die üblichen Kurznotationen von Twitter und die Einschränkung von Sprache beachtet werden. Eine weitere Besonderheit, die das abrufen per Telefon noch besser schützt, ist die, dass man mit dem drücken der Taste 6 auf dem Telefon für jeden Tweet ein einfach zu merkendes Password eingeben kann. Dieses Password kann dann auf der Seite abgerufen werden. Die Passwörter werden automatisch generiert und das so, dass man sie sich einfach im Kopf merken kann. Nun stellt man sich doch die Frage, wie das funktioniert mit den Nummer, wo sind die Nummer. Die Antwort auf die Frage ist kurz und schmerzlos. Die Nummern sind auf einem VOIP Server gespeichert. Sie liegen dort in einem Pool mit einer ganzen Menge anderer Nummern. Auf den Twitter User kommt je eine Nummer, womit er eben, wie auch schon gesagt, seine Tweets abruft.
Natürlich gab und gibt es auch Probleme bei einem solchen Projekt. Da das aber der Entwicklung von etwas was es so noch nicht gibt normal ist, ist es nicht weiter schlimm. Wie schon mal angesprochen besteht immer noch das Problem mit den Passwörtern des Twitter Accounts. Die API von Twitter macht eine Menge möglich und ist auch ziemlich schnell. Jedoch erlaubt sie nicht, Zugriffe auf die Friends Liste, wobei man auf diese Liste auch von der Website aus zugreifen könnte. Dies hätte aber dann für den User von TalkingNote den Nachteil, dass er ewig am Telefon warten muss, da dies eine sehr hohe Anfrage zwischen TalkingNote und Twitter bedeuten würde.
Das Kernstück der Anwendung basiert auf PHP, da dort nach Aussage des Entwicklers die Einbindung von Stringverarbeitungen am einfachsten sei. Das System ist zur Zeit auf 200 parallele Anrufe ausgelegt.
Das ist ja nun schon mal alles gut und schön, aber in dem System fehlt leider noch die Antwortmöglichkeit auf Tweets, da bislang keine Spracherkennungssoftware gefunden wurde, mit der dies möglich wäre.
In einem Gespräch mit dem Entwickler Thorsten Zoernert erklärte er, dass TalkingNote ein Gadget besonders für ältere Twitter User ist. Bei der älteren Zielgruppe wird für Kommunikation oftmals lieber zum Telefon statt zum Computer gegriffen. Sie rufen dann einfach ihren Account an und erfahren so was ihre Freunde gerade so treiben. Weiter sagt Zoernert, stellt man sich Twitter mal in einem Unternehmen vor, so könnte ein vorgesetzter einfach per Telefon die Frage beantwortet bekommen: Was machen meine Mitarbeiter gerade?.
Ich selbst bin auch User von TalkingNote und finde es eine klasse Idee. Noch ein paar Feinabstimmungen und das System ist ein voll und ganz gelungenes Projekt. Aber man kann gespannt bleiben auf weitere Änderungen in dem System, denn zur Zeit befindet es sich in einer Beta Phase. Wann die finale Version kommt, ist bislang noch nicht bekannt.








